Caring Democracy

Zur Arbeit mit Medien gehört für uns unbedingt auch die Beschäftigung mit unterschiedlichen Formen der Kommunikation und das wichtige Thema der Medienbildung/Medienkompetenz. Die vergangenen Jahre haben uns deutlich gezeigt, dass wir da etwas zu lernen haben in unserer Gesellschaft. Die medienwerkstatt graz hat sich dazu unter dem Titel Caring Democracy ein paar schöne und interessante Sachen einfallen lassen. Caring Democracy (vgl. Joan Tronto, Sabine Hark) bedeutet für uns, neben berechtigten Forderungen an die repräsentative Politik, auch uns Bürger*innen in der Pflicht zu demokratischem Lernen und Handeln zu sehen, Sorge zu tragen für ein gutes gemeinsames Leben in diesem Staat.

Tischgespräche

Gemeinsam um einen großen Tisch sitzen, das gute Essen teilen und erzählend erkunden, wie unser persönliches und gesellschaftliches Leben mit Sozial- und Zeitgeschichte zusammenspielt.

Der gemeinsame Tisch als Raum des Dialogs und des Teilens

Die Tischgespräche finden an wechselnden Orten statt (man kann uns einladen in Kulturräume, Gasthäuser, aber auch private Wohnungen) und dauern jeweils drei Stunden. Etwa 12 Personen unterschiedlicher Generationen sitzen gemeinsam um einen großen Tisch. Die Gesprächsteilnehmer*innen sind jedesmal andere, man „darf“ aber natürlich gerne wiederkommen. Wir servieren ein einfaches Essen – Eintopf oder Suppe. 

Erzählen als kulturelle und politische Handlung

Bei den Tischgesprächen geht es um Erzählen, Zuhören und Nachfragen, nicht ums – vielleicht gewohntere – diskutieren (auch das ist wichtig! aber nicht hier). Einander von persönlichen Erfahrungen zu einem Thema zu erzählen, oder auch transgenerationalen Geschichten nachzugehen, sozial- und zeithistorischen Bedingungen, in denen sich Haltungen und Handlungsmuster herausgebildet haben, das kann uns im besten Sinn überraschen. Wir können Erlebtes vergleichen und vielleicht neu einordnen. Das schenkt uns einen erweiterten Blick auf unsere Biografien und Familiengeschichten. Das macht “Unterschiede, die Unterschiede machen”, in persönlichen genauso wie in gesellschaftspolitischen Fragen.

Die Themen

Es geht um eigene Erfahrungen mit demokratischen Prozessen, um Mitsprache und Beteiligung, um Gesprächs- Kommunikations- und Diskussionskultur in Familie, Schule, Beziehungen, am Arbeitsplatz. Wir sprechen über Medienbiografien, über Erfahrungen mit Institutionen des Staates, auch über persönliche oder familiäre Erinnerungen von Krieg, Diktatur, Nationalsozialismus. Wir sprechen über Ordnung, Hierarchie und Augenhöhe, über Arbeit, Status, Geld, über Freiheit und Verpflichtungen, über  Individualismus und Gemeinsinn, …

Der Titel und damit das Focus-Thema des jeweiligen Abends wird zugleich mit Ort und Datum des Tischgespräches bekannt gegeben.

Infos

Das Tischgespräch findet meist von etwa 18 – 21 Uhr statt.
Kostenbeitrag zwischen 10 und 20 EUR/Abend, je nach Möglichkeiten.
Beides siehe dann bitte auch bei der jeweiligen Veranstaltung.

Moderation
Dorothea Kurteu, gemeinsam mit einer Kollegin

Wir freuen uns über Einladungen!
Wenn Du Interesse hast, Gastgeber*in eines Tischgespräches zu sein, melde Dich! Kontakt: dorothea.kurteu@gmail.com

Communicare – eine demokratische Kommunikationswerkstatt

Eine Forschungsreise in Räume des demokratischen Sprechens. Und: Sprechen meint hier immer auch hören und fragen. Gesprächskunst. Streitkunst. Debattenkunst. Erzählkunst. Dialogkunst. Das Erkunden der Räume zwischen uns, der Überraschungen, der Nachdenklichkeiten, der Handlungen und der Veränderungen, die dort möglich sind. Workshopziel: ein bisschen weniger von “Ich sehe das genau wie du!” oder “Ich sehe das ganz anders!”, ein wenig mehr von “Was meinst du, wenn du sagst ….?”

Leitung: Dorothea Kurteu
Zeitrahmen und Termine: jeweils 2 Tage, ab Frühjahr 2023
Orte: Graz, Steiermark, Wien

Kritische Medienkompetenz

Unsere Mediennutzung hat wesentlichen Einfluss auf unsere Wahrnehmung von Wirklichkeit, auf unsere Handlungen und unsere Beziehungen zu anderen. Medien bilden somit eine Grundlage für das Verständnis von Demokratie und politischem Handeln. Kritische Medienkompetenz betont die politische Dimension des Medienhandelns. Interessenlagen, Machtstrukturen, ökonomische Verhältnisse und soziale Dynamiken gilt es zu verstehen, um den bewussten Umgang mit Medien zu ermöglichen: im Sinne von Rezipieren, Analysieren und Gestalten der Inhalte auf individueller, sozialer und kultureller Ebene.

Dieser Workshop, entwickelt und geleitet von den Medien- und Kommunikationswissenschaftlern Helmut Peissl und Simon Olipitz (commit) in Zusammenarbeit mit der ÖGPB (Österreichische Gesellschaft für politische Bildung) ist eine Einladung zu einem kritischen und interessanten Blick auf die eigene Medienkompetenz.

Leitung: Helmut Peissl, Simon Olipitz
Zeitrahmen und Termin: 2 Tage, Frühjahr 2023
Ort: Graz